09.02.2017
TUM IdeAward: 37.500 Euro Preisgeld für Forschungsprojekte aus Biotechnologie, Medizintechnik und Elektromobilität
TUM IdeAward 2016 - Die Preisträger
Drei Wissenschaftlerteams sind am 8. Februar für ihre Geschäftsideen mit dem TUM IdeAward ausgezeichnet worden. Mit dem Award identifizieren die Zeidler-Forschungs-Stiftung, die TU München und UnternehmerTUM seit 2012 jährlich herausragende Ideen und Technologien mit Marktpotenzial an der TUM. Ziel des Wettbewerbs ist es, aus vielversprechenden Technologien marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

In diesem Jahr wurden Ideen aus den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik und Elektromobilität prämiert: ein neues Verfahren zur Synthese von Peptiden, ein Einweg-Probenträger, der die Laborarbeit beschleunigt, und ein Elektroauto für ländliche Regionen Afrikas.

Rund 45 Teams haben sich für den Preis beworben. Neben einem Coaching durch die TUM Gründungsberatung erhalten die Gewinner ein beachtliches Preisgeld: 15.000 Euro für Platz 1, 12.500 Euro für Platz 2, 10.000 Euro für Platz 3. Die Preisgelder stellt die Zeidler-Forschungs-Stiftung.
TUM IdeAward - Das Gewinnerteam
Platz 1 ging an mk2 Biotechnologies    © Astrid Eckert / TUM

Platz 1: mk2 Biotechnologies
Das Team von mk2 Biotechnologies hat ein biologisches Verfahren zur Synthese von Peptiden in Bakterien entwickelt. Als Peptide bezeichnet man relativ kurze Aminosäureketten. Sie können in Verbindung mit anderen Molekülen sowohl in der Pharmazie als auch in der Lebensmittel- und Kosmetikherstellung zahlreiche Funktionen erfüllen.

Das neue Verfahren hat mehrere Vorteile: Es ermöglicht die Herstellung individuell entworfener Peptide, die zudem äußerst rein sind. Bei dem Prozess fallen eine höhere Ausbeute und geringere Kosten an als bei gängigen Methoden. Das Team plant, neue Produktklassen mit hoher Komplexität zu entwickeln. mk2 Biotechnologies hat bereits vor der Unternehmensgründung Interesse von potenziellen Kunden signalisiert bekommen.

Platz 2: ATR Elements
Die sogenannte ATR-Infrarotspektroskopie ist ein weit verbreitetes Verfahren, um eine Vielfalt an Proben zu analysieren. Bislang müssen die Probenträger nach jeder Messung gereinigt werden. Das Team von ATR Elements hat einen Probenträger entwickelt, der mit deutlich weniger Kosten produziert werden und deshalb als Einwegprodukt verwendet werden kann. So könnten in den Laboren weit mehr Proben in derselben Zeit untersucht werden.

Außerdem würde der Einsatz von kompakten, mobilen Geräten für die ATR-Infrarotspektroskopie einfacher werden. Diese wiederum könnten das Verfahren auch im Klinikalltag für die Blutanalyse praktikabel machen. Ein weiterer Vorteil ist die spezielle Oberflächenstruktur des Probenträgers, die das Zentrifugieren des Blutes überflüssig macht. Eine Basisversion des Probenträgers ist bereits marktreif. Das Team will in Kürze sein Unternehmen gründen und hat engen Kontakt zu möglichen Kunden. Die Grundlagen der Entwicklung hat Mitgründer Lorenz Sykora in seiner Masterarbeit gelegt. Er hat am UnternehmerTUM-Programm Manage & More teilgenommen.

Platz 3: aCar
Geringe Produktionskosten, Robustheit und ein Elektromotor, der Solarenergie nutzt: Mit diesen Eigenschaften soll das „aCar“ wenig verdienende Menschen in abgelegenen Regionen Afrikas mobil machen und ihnen so bessern Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft ermöglichen. Das Auto hat eine Basisversion, die mit unterschiedlichen Aufbauten ergänzt werden kann. So kann es als Personen- oder als Lastenfahrzeug genutzt werden. Seine Materialien sollen in Afrika verfügbar sein.

Der erste Prototyp ist fertig, einen zweiten wollen Martin Soltes und Sascha Koberstaedt vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik im September auf der Internationalen Automobilausstellung IAA zeigen. Im nächsten Schritt soll eine Musterfertigungsanlage in Deutschland errichtet werden, um Prozesse und Kosten zu optimieren. Das Team arbeitet mit anderen Lehrstühlen der TUM, Unternehmen und Partnern in afrikanischen Ländern zusammen.


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