
Seit 2020 arbeiten die Bayerische Hausbau und UnternehmerTUM zusammen. Was mit einem Blick in die Zukunft der eigenen Wertschöpfungskette begann, ist heute eine konkrete KI-Strategie mit messbaren Ergebnissen und Gordon Gorski, CEO der Development-Gesellschaft, als einem der sichtbarsten Treiber.
Der Anfang: gemeinsam auf die Wertschöpfungskette von morgen schauen
2020 war die Bayerische Hausbau eines von zehn Unternehmen im Projekt Value Chain 2030, das einen Blick auf die Zukunft der Baubranche warf. Es folgten 2021 und 2022 ein Agile Basecamp und ein Führungskräftetraining, zwei Formate, die den Führungskräften konkrete Methodenkompetenz für agiles Arbeiten mitgaben, lange bevor Gordon Gorski selbst dazukam.
Vorfertigung: erst geprüft, dann gemeinsam weitergedacht
2023 und 2024 war die Bayerische Hausbau als Partner von UnternehmerTUM mit Fokus auf die Baubranche Teil eines Multi-Stakeholder-Projekts zur Steigerung der Vorfertigungsquote im Bau. Wie ernst das Unternehmen dieses Thema nimmt, beschreibt Gorski selbst: 2024 wurde die industrielle Vorfertigung von Wandelementen intensiv geprüft, mit einem zunächst ernüchternden Ergebnis. Die verfügbaren Lösungen waren entweder zu unflexibel in den Grundrissen oder preislich nicht besser als konventionelles Bauen.
Statt das Thema aufzugeben, richtet sich der Blick seither auf einen weiterentwickelten Ansatz, der KI-unterstützen Entwicklung, automatisierte Produktion und Robotik auf der Baustelle miteinander verbindet. Über die drei Stufen Planung, Produktion und Montage hinweg sieht Gorski hier ein Einsparpotenzial von 30 bis 35 Prozent.
Von neunundsiebzig Geschäftsvorgängen zum eigenen KI-Kompass
2025 folgte eine gemeinsame KI-Exploration zur Aufstellung eines KI-Kompasses: Das UnternehmerTUM-Team analysierte zusammen mit der Bayerische Hausbau Development neunundsiebzig Geschäftsvorgänge in der Wertschöpfung des Unternehmens. Am Ende stand nicht nur Wissen über KI, sondern eine strategische Positionierung als Unternehmen und eine klare Priorisierung, wo sich der Einsatz von KI am meisten lohnt.
Eines dieser priorisierten Felder sind die Baukosten. Bei einem Projekt mit hundert Millionen Euro Gesamtinvestition entfallen ca. 50 % allein auf die Baukosten. Weicht diese Zahl um zehn Prozent ab, hat das einen erheblichen Ausschlag für die Wirtschaftlichkeit des Projektes. Bereits in frühen Projektphasen, von der Baurechtschaffung bis hin zur frühen Planungsphase, können mithilfe von KI in kurzer Zeit zahlreiche Varianten erzeugt, analysiert und anhand vordefinierter Kriterien bewertet werden. So lassen sich beispielsweise Flächeneffizienz, Baukostenreduktion oder baurechtliche Rahmenbedingungen optimieren. Dies ermöglicht fundiertere Entscheidungen und identifiziert frühzeitig fachlich optimierte Projektlösungen für eine Reduzierung oder Sicherung der Baukosten.
Der Blick nach vorn
Auch dieses Jahr geht es weiter: ein KI-Enablement für die Führungskräfte ist bereits gelaufen, ein weiteres für ein breiteres Team steht noch an. Aus einer Reihe einzelner Formate ist damit eine kontinuierliche Zusammenarbeit geworden, die das Thema KI systematisch in die Breite des Unternehmens trägt. Wie es mit KI und Robotik in der Baubranche insgesamt weitergehen kann, davon erzählt Gordon Gorski selbst in der aktuellen Folge von UnternehmerTUM Backstage.
