
Führung lernen, die zur eigenen Person passt: Wie vier Monate Leadership Talent Academy Carstens Verständnis von Führung beeinflusst haben.
Gründen heißt auch führen, aber wer lehrt das?
Beim Gründen dreht sich alles um die Idee, die Finanzierung, den Markt. Doch was ebenso langfristig über Erfolg entscheidet, sind nicht Pitch Decks oder Businesspläne, sondern die Fähigkeit, ein Team zu führen, klar zu kommunizieren und sich selbst gut zu kennen.
Gerade in der Gründungsszene kommen viele direkt vom Studium, voll ausgestattet mit theoretischem Wissen, aber ohne praktische Führungserfahrung. Dazu kommt, dass viele Gründerinnen und Gründer ihr Studium im MINT-Bereich absolvieren. Fachlich sind sie exzellent, doch Vorlesungen zur Führung stehen selten auf dem Lehrplan. Wer dann plötzlich ein Team leitet, steht oft ohne Werkzeuge da und traut sich selten, das offen zuzugeben. Stattdessen wird ein starres Bild von Führung übernommen, das nicht zur eigenen Persönlichkeit passt.
Fehlendes Führungswissen führt zur Verunsicherung und wer die eigene Rolle nicht klar versteht, schiebt Entscheidungen vor sich her.
-
Prozesse verzögern sich.
-
Teams verlieren Orientierung.
-
Potenzial kann sich nicht entfalten.
Führung lernen, die zur eigenen Person passt
Bei UnternehmerTUM geht es neben der Vernetzung und Unterstützung von außen auch um die Förderung der Fähigkeiten von innen heraus. Gründerinnen und Gründern, promovierenden und angehenden Führungskräften geben wir die Möglichkeit, sich als Individuum von innen heraus zu stärken.
Die Leadership Talent Academy (LTA) ist ein viermonatiges Bildungsangebot von UnternehmerTUM, gefördert durch die Karl Schlecht Stiftung. In fünf Workshop-Modulen, Einzelcoachings und durch den Austausch mit Fachleuten und Gleichgesinnten entwickeln die teilnehmenden Personen einen eigenen, werteorientierten Führungsstil.
Der nächste Batch #11 mit 25 Vollstipendien startet am 18. September 2026 und läuft bis zum 16. Januar 2027. Bewerbungen sind hier noch bis zum 20. Juli 2026 möglich.
Best Practice: Was vier Monate LTA bewirken
Carsten (35), Head of Catalyst Supply Chain bei C1 Green Chemicals in Berlin, war Teil unseres Batch #8 der LTA. Er hat uns nah, offen und selbstreflektiert erzählt, was sich bei ihm seitdem verändert hat
Die LTA hat mir gezeigt: Gute Führung entsteht aus mir selbst heraus.
Lieber Carsten, jetzt ist schon ein wenig Zeit vergangen, seit du bei unserem Batch mitgemacht hast. Wenn du an deine Zeit in der LTA zurückdenkst: Was hat sie bei dir am stärksten verändert?
Die LTA hat mir gezeigt: Gute Führung entsteht aus mir selbst heraus. Sie wächst auch mit mir weiter. Dadurch hat sich mein Verständnis von Führung grundlegend verändert. Ich muss mich nicht verstellen, um Leadership zu erfüllen. Gutes Leadership kommt aus mir als Person, mit all den Eigenschaften, die ich mitbringe. Früher habe ich nie nach meiner Antwort gesucht, sondern immer nach der vermeintlich richtigen. Für mich ist die Frage nicht mehr „Wie muss ich mich verändern, um Führungskraft zu sein?", sondern „Wie gestalte ich Führung, sodass sie zu mir passt?". Mir ist meine Rolle viel klarer geworden und ich spüre, dass ich am richtigen Ort bin und dort einen Beitrag leiste.
Ich habe gelernt, dass ich nicht alles wissen muss, um wirksam zu sein.
Woran hast du im Alltag als Erstes gemerkt, dass sich etwas bei dir oder deinem Führungsstil verändert hat?
Vor der LTA war ich in einem internationalen Konzern mit etablierten, aber teilweise auch sehr starren Führungsstrukturen und Prozessen tätig. Dort bin ich vom fachlichen Experten über den Vertrieb bis hin zum internationalen Projekt- und Strategiemanagement gewachsen, ohne mein Rollenverständnis dabei bewusst weiterzuentwickeln. Das bedeutete schlussendlich auch, dass ich oft in Meetings mit Kunden saß und mich beinahe überflüssig gefühlt habe, weil ich fachlich nicht mehr so tief im Thema drin war wie meine Kolleginnen und Kollegen, welche die Experten waren. Gleichzeitig hätte ich mich aber kaum getraut, offen zu sagen, dass ich etwas nicht weiß.
Heute ist das anders. Mein Selbstverständnis basiert nicht mehr nur auf fachlicher Expertise, sondern auf einem klareren Verständnis meiner Rolle. Ich habe gelernt, dass ich nicht alles wissen muss, um wirksam zu sein. Für diese Erkenntnis hat mir vor allem auch der persönliche Austausch mit den anderen Teilnehmenden der LTA geholfen, weil ich gemerkt habe, dass es vielen genauso geht und ich mit diesem Thema nicht alleine bin.
Seit der LTA bin ich entspannter, souveräner und vor allem authentischer.
Wie haben sich die Learnings der LTA auf deinen Arbeitsalltag und dein Umfeld ausgewirkt?
Seit der LTA bin ich entspannter, souveräner und vor allem authentischer. Dadurch habe ich auch das Gefühl, dass meine Kolleginnen und Kollegen offener und direkter auf mich zukommen. Sie wissen, dass sie eine ehrliche, offene, aber auch „verwundbare" Aussage von mir bekommen. Ich glaube, sie nehmen mich auch authentischer wahr, weil ich nicht mehr den Performance-Gedanken, sondern mich selbst so einbringe, wie ich bin.
Und auch in meinem Arbeitsalltag merke ich den Unterschied. Ich bin entscheidungsfreudiger geworden, weil ich nicht mehr ständig an mir selbst zweifle und mich dadurch blockiere. Ich muss nicht „der Beste" in einem bestimmten Thema sein; das ist auch gar nicht mein Auftrag.
Ihr wollt, wie Carsten, den nächsten Schritt in eurer Führung machen? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt.


