Im weltweiten Vergleich mit Ländern wie den USA oder China bringt Europa wenig wachstumsstarke Start-ups - sogenannte Scale-ups - hervor, was ein Risiko für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Europa darstellt. Aus diesem Grund hat Rise Europe im Vorfeld zur Europa-Wahl ein Positionspapier veröffentlicht, wie Europa das Wachstum seiner Start-ups besser fördern kann.

München, 5. Juni 2024. Die Anzahl an Start-ups ist eine wichtige Kennzahl, wenn es um die Innovationskraft eines Landes oder einer Region geht. Sie sind in der Lage, schnell und pragmatisch innovative Lösungen für globale Herausforderungen wie die Klimakrise oder die Ressourcenknappheit auf den Weg zu bringen. Im weltweiten Vergleich mit Ländern wie den USA oder China bringt Europa wenig wachstumsstarke Start-ups - sogenannte Scale-ups - hervor, was ein Risiko für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Europa darstellt. Aus diesem Grund hat Rise Europe im Vorfeld zur Europa-Wahl ein Positionspapier veröffentlicht, wie Europa das Wachstum seiner Start-ups besser fördern kann.

Nach dem Positionspapier sollte die EU es sich zum Ziel machen, als weltweit führender Forschungsstandort auch zu einem Vorreiter im Bereich der Start-up-Förderung zu werden. Konkret müsse Europa in der Lage sein, künftig ein Drittel aller weltweiten Start-ups, Scale-ups und Unicorns (Start-ups mit einer Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar) hervorzubringen. Damit dies gelingt, braucht es auf europäischer Ebene Verbesserungen in den drei Bereichen Finanzierung, Regulierung und Marktzugang.

1. Finanzierung

Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Start-ups und Scale-ups
Die Europäische Union könnte eine aktivere Rolle als Kunde von Produkten und Dienstleistungen junger Unternehmen übernehmen. Bei öffentlichen Ausschreibungen sollten staatliche Einrichtungen gezielter nach neuen und innovativen Lösungen suchen. Ausschreibungen müssten so formuliert werden, dass sie auch für junge Unternehmen zugänglich sind, da große staatliche Aufträge für finanzielle Stabilität sorgen. Die Vergabekriterien könnten so gestaltet werden, dass nicht nur die Erfahrung der Bewerbenden, sondern auch ihr Innovationspotenzial und ihre technologische Kompetenz bewertet werden.

DeepTech Fonds
In Europa bestehen erhebliche Finanzierungslücken für Start-ups im Bereich DeepTech. Neben dem European Innovation Council und dem künftigen STEP-Mechanismus sollten Fonds wie die European Tech Champions Initiative in Zusammenarbeit mit den einzelnen Staaten und den Venture Capital Firmen eingerichtet werden, um ein Ökosystem zu schaffen, das dem hohen Investitionsbedarf von DeepTech-Unternehmen in Europa tatsächlich gerecht wird.

Vereinfachung von Fremdfinanzierung
Die Ausweitung der Tätigkeiten der Europäischen Investitionsbank (EIB) kann zu einer besseren Finanzierung von Start-ups führen. Der Einsatz öffentlicher Kreditgarantien kann beispielsweise dazu beitragen, dass die Realisierung von Großprojekten finanziell realisierbar wird. Auch eine optimierte Zusammenarbeit zwischen privaten Hausbanken und staatlichen Finanzinstituten bei der Kreditvergabe würde unterstützen.

Unterstützung bei der Akquisition von Start-ups
Die Europäische Union könnte Akquisitionen unterstützen, indem sie regulatorische und finanzielle Anreize bietet, die auf die Förderung länderübergreifender Investitionen und Innovationen zugeschnitten sind. Passende Maßnahmen wären beispielsweise die Straffung von Regulierungsverfahren und die Bereitstellung finanzieller Unterstützung, um Transaktionen reibungsloser zu ermöglichen und die wirtschaftliche Integration innerhalb des EU-Marktes zu fördern.

2. Regulierung

Abbau von Bürokratie
Derzeit werden Unternehmensgründungen durch überbordende Bürokratie und Vorschriften gebremst. Stattdessen brauchen Start-ups Rechtssicherheit in Bezug auf die europäische Regulierung, um ihr Unternehmen nachhaltig aufbauen zu können.

Anwerbung und Anstellung ausländischer Talente
Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften stellt für das Wachstum von Start-ups eine Herausforderung dar. Deshalb sollte die Ausbildung junger Menschen europaweit besser auf die Bedürfnisse junger Technologieunternehmen zugeschnitten sein. Darüber hinaus kann ein erleichterter Zugang zu Arbeitskräften über die Grenzen hinweg erhebliche Vorteile bringen.

Aufbau technologischer Experimentierfelder
Europa muss technologische Experimente durch die Einrichtung von „Sandkästen“ ermöglichen, in denen neue Technologien wie Künstliche Intelligenz und innovative Energiequellen wie die Kernfusion schnell und unkompliziert getestet werden können. Diese Einrichtungen ermöglichen schnelle Versuche und realisierbare private Investitionen.

3. Gemeinsamer Markt

Online-Registrierung für “EU-Entitäten”
Start-ups in den USA oder China haben den Vorteil großer Binnenmärkte für ihre Lösungen, während der europäische Markt fragmentiert ist. Eine einfach umzusetzende Online-Registrierung für “EU-Entitäten” könnte beim Thema Marktzugang Abhilfe schaffen: Die Einführung eines Verfahrens, das auf die spezifischen Bedürfnisse von Start-ups zugeschnitten ist, bietet die Chance, rasch ein europäisches Unternehmen zu gründen und das Marktpotenzial eines ganzen Kontinents in weniger als 20 Minuten zu erschließen.

Rise Europe

Vertreterinnen und Vertreter aus 13 Ländern** arbeiten im Rise Europe-Netzwerk zusammen, um einzelne europäische Ökosysteme zu einem zusammenzuführen. Zur technologischen Souveränität Europas soll nachhaltig beigetragen werden, indem das Wachstum von Start-ups in einem gesamteuropäischen Binnenmarkt unterstützt wird.


Das Positionspapier finden Sie hier.


* Rise Europe ist ein Netzwerk folgender Gründungszentren: Aalto University, Agoranov, Beta-i, Campus Founders, DTU Skylab, École Polytechnique, ETH AI CENTER, ETH Zurich, HighTechXL, IE University, Imperial Enterprise Lab at Imperial College London, INiTS, KTH Innovation, EnSpire Oxford at Oxford University, Sting, TalTech, DCU Invent, UnternehmerTUM and Yes!Delft

** Österreich, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Die Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz and das Vereinigte Königreich



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