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Deutsche Unternehmen verpassen disruptive Innovationen – Studie „Future made in Germany“

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Geschrieben
22 November 2019
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Der Begriff „Made in Germany“ gilt weltweit als Qualitätsmerkmal – für deutsche Ingenieurskunst, aber auch für Innovationen. Doch werden Unternehmen hierzulande diesem Anspruch noch gerecht? Eine neue Analyse zeigt, dass die deutsche Wirtschaft sich bei disruptiven Technologien wieder aktiv ins Spiel bringen muss.

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In der umfassenden Studie „Future made in Germany“ haben die Investoren Johannes von Borries von UVC, Matthias Hilpert von MH2 Capital und Christian Meermann von Cherry Ventures die Investments in neue Innovationen von DAX-Unternehmen der letzten zehn Jahre verglichen. Die Erkenntnisse sind bahnbrechend: DAX 30-Unternehmen geben 96% ihres Innovationsbudgets für interne Ressourcen aus. Nur 4% werden für externe Innovationen eingesetzt, die wirkliche Umbrüche und wirtschaftliches Wachstum bewirken.

Im Vergleich dazu geben US-amerikanische und chinesische Wettbewerber bis zu 50% ihres Budgets für externe Innovationen wie Fusionen und Übernahmen, Corporate Venture Capital oder Accelerationprojekte aus.


Welche Auswirkungen hat die Konzentration auf interne Investitionen?

Im weltweiten Vergleich haben deutsche Marktführer mit starker interner Innovationsorientierung disruptive Technologien verpasst. Während hier in interne Forschungs- und Entwicklungsteams investiert wurde, zogen die Wettbewerber mit wehenden Fahnen vorbei: So wurden die Siemens-Router von Cisco abgehängt, die Microsoft-Betriebssysteme von Google übertrumpft oder die Nokia-Mobiltelefone von Apple verdrängt. Und während BMW und Mercedes in der Entwicklung von Elektroautos feststeckten, hat Tesla den internationalen Markt für sich beansprucht. In allen Fällen haben die etablierten Unternehmen neue Märkte im Wert von Hunderten von Milliarden Euro verpasst.

Das sind die Spitzenreiter

Best-Practice-Beispiele wie SAP und die Deutsche Börse in Deutschland, Alibaba und Tencent in China, Facebook und Alphabet in den USA empfehlen, mindestens 10% des gesamten Innovationsbudgets für externe Innovationen bereitzustellen, vor allem für Akquisitionen und Corporate Venture Capital. So leben sie es auch vor: Der deutsche Spitzenreiter SAP investierte zwischen 2008 und 2017 mit 2,7, Mrd. EUR rund 17% in externe Projekte. "In addition to fostering our own strong internal innovation culture, M&A and corporate venture capital help us access top talent and innovation worldwide to complement our portfolio. We are proud to be recognized as a leader in this field", so Christian Klein, Co-CEO bei SAP. Bei Alibaba sind es mit 10 Mrd. EUR sogar fast 50%.

Empfehlungen an die Vorstände

Welche konkreten Empfehlungen lassen sich aus den Ergebnissen ableiten? An einer Erhöhung des externen Innovationsbudgets sollte kein namhaftes Unternehmen mehr zweifeln. Die Forscher empfehlen 10%. Davon sollten idealerweise 80% in M&A (Mergers & Acquisitions) fließen, möglichst in Unternehmen in spätem Stadium, um bestehende Märkte und Wettbewerber zu kontrollieren. 20% sollten für Corporate Venture Capital bereitgestellt werden, um mit unabhängigen Fonds in Early Stage Unternehmen und mit den firmeneigenen VC-Fonds in Late Stage Firmen zu investieren.

Hier gibt es die komplette Studie zum Nachlesen!

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