27.02.2019
Forum UnternehmerTUM – Starkes Netzwerk für Tech-Start-ups

Beim Forum UnternehmerTUM präsentierte sich Europas führendes Zentrum für Innovation und Gründung als starkes Netzwerk für Tech-Start-ups. Professionelle Förderung und inspirierendes Umfeld machen es möglich, dass hier sogar ein „Einhorn“ herangewachsen ist. Die optimistische Stimmung, die auf der jährlichen internationalen Technologiekonferenz und beim anschließenden Netzwerken in der BMW Welt herrschte, wurde nur durch einen Punkt getrübt: Es gibt in Europa nicht genügend Risikokapital zur Förderung.


Die weiteste Anreise der über 850 Teilnehmenden hatte wohl Poh Kam Wong, Professor für Unternehmertum an der NUS Business School in Singapur. Er nahm diese Reise gerne auf sich, weil er überzeugt ist, dass internationale Vernetzung der Entrepreneure ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Daher schickt er seine Studenten zu Start-ups in die technologischen Hotspots dieser Welt, ins Silicon Valley, nach New York, Shanghai – und nach München.

Für Professor Thomas Hofmann, den designierten Präsident der TU München ist das genau der richtige Weg: „Wir müssen international ein Ökosystem aufbauen, in dem sich die jungen Unternehmer frei bewegen und voneinander lernen können“, sagte Hofmann in der Eröffnungsveranstaltung des Forums.

Copyright: UnternehmerTUM / Bert Willer

Und er betonte, dass München Gründern das Gleiche bieten könne, wie das Silicon Valley: exzellente Universitäten, große Dax-Konzerne und ein inspirierendes Umfeld.


Das erste Unicorn aus München

Wie inspirierend München ist, zeigt der Erfolg von Celonis, dem ersten Spin-off der TUM, das sich in die Reihe der weltweit erfolgreichen „Einhörner“ einreihen kann.  Celonis bietet Unternehmen Lösungen, um Businessprozesse zu analysieren und effizienter zu gestalten. Wichtiger Partner auf dem Weg zum Erfolg war SAP, wie Bastian Nominacher, Mitbegründer von Celonis und Christian Klein von SAP berichteten. „Im Pitch habe ich in zwei Minuten begriffen, welches Problem mit welcher Technologie gelöst werden soll“, erklärte Christian Klein einen der Gründe, warum ihn Celonis überzeugte.  

Damit brachte er auf den Punkt, was für einen Gründer am wichtigsten ist: Leidenschaft und Überzeugungskraft.

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Oder wie Helmut Schönenberger, CEO von UnternehmerTUM es in der Eröffnungsrunde sagte: „Das Geheimnis für den Erfolg sind die Menschen, unternehmerisch denkende Menschen, die neue Lösungen mit Begeisterung vertreten.“ 


„Wir brauchen 50 Milliarden pro Jahr“

Neben Leidenschaft braucht jeder Gründer aber eine Menge Geld. Wie es mit der Finanzierung von Start-ups in Europa bestellt ist, diskutierten Experten in einer der vier parallelen Sessions. Klaus Hommels, Gründer der Investmentgesellschaft Lakestar, richtete einen leidenschaftlichen Appell an das Auditorium, dass in Europa wesentlich mehr als bisher in das Gründer-Ökosystem investiert werden müsse. „Wenn europäische Unternehmen aus dem DAX verschwinden, brauchen wir als Ersatz neue Firmen, die den Wohlstand unserer Kinder sichern. Es reichen nicht 200 oder 300 Millionen Dollar pro Jahr, wir brauchen 50 Milliarden.“

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Dass Investoren zunehmend Interesse an technologischen Start-ups haben, hat Hauke Stars, Vorstandsmitglied der Deutschen Börse, beobachtet. Sie berichtete auch von dem erfolgreichen Venture-Netzwerk mit UnternehmerTUM: „Wir bringen Investoren und Start-ups zusammen und haben aus dem Netzwerk heraus bereits sieben Unternehmen an die Börse gebracht.“


Künstliche Intelligenz und Ethik

Beim Forum ging es aber nicht nur um Geld und Erfolg. Diskutiert wurde auch, wie die Welt in Zukunft aussehen soll. Wie werden wir arbeiten? Wie werden unsere Städte morgen aussehen? Wie wird die Digitalisierung unser Leben verändern?

Welche gesellschaftlichen Herausforderungen die künstliche Intelligenz mit sich bringt, verdeutlichte der Ethiker und Theologe Professor Alexander Filipovic von der Hochschule für Philosophie München. Er ist Mitglied in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zur Künstlichen Intelligenz (KI). „Die Fragen, die durch KI aufgeworfen werden, sind so vielfältig wie die verschiedenen Anwendungen“, sagte Filipovic.

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Wer ist Schuld, wenn ein autonomes System einen Fehler macht? Wollen wir, dass Roboter für unsere alten Menschen sorgen? Wie können wir KI-Systeme entwickeln, die unsere Werte verinnerlicht haben? „Auf viele solcher Fragen suchen Experten innerhalb und außerhalb der Enquete-Kommission zurzeit nach Antworten“, erklärte Alexander Filipovic. „Ich denke, dass die Stimme der Ethiker hier sehr wichtig ist.“

Kai Schmidhuber, Chief Digital Director von L‘Orèal Deutschland, gab Einblicke darüber, wie die Digitalisierung den klassischen Handel verändert. Thomas Bachem, Gründer und Kanzler der CODE University in Berlin, skizzierte wie die Universität der Zukunft aussehen könnte. Und die Pitches erfolgreicher Start-ups wie deepC, shyftplan, Innoactive , blik, Isar Aerospace oder TWAICE vermittelten ein Gefühl davon, welche wachstumsstarken Geschäftsideen das Netzwerk von UnternehmerTUM unterstützt.

Mehr Informationen unter forum.unternehmertum.de