Gruppe junger Menschen, die reden und lächeln © Norbert Güntner
Geschrieben
09 Mai 2022
Thema
Entrepreneurship
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Menschen, die ein Unternehmen aufgebaut haben, engagieren sich oft weiter im Start-up-Netzwerk, um die nächste Generation zu begleiten – ein Kreislauf, der für neue spannende Gründungen und eine florierende Wirtschaft sorgt. Drei dieser Gründenden kommen hier zu Wort. Sie erklären, warum sie etwas zurückgeben, teilen ihren Ausblick auf Unternehmertum in Deutschland und fordern Paradigmenwechsel für die Zukunft.

In einer Wirtschaftswelt, die sich kollaborativ (statt konkurrierend) aufstellen soll, ist Geben und Nehmen selbstverständlich – und notwendig. Erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer wissen genau, welche Schwierigkeiten beim Aufbau eines Geschäfts warten. Sie waren selbst dort, wurden selbst durch Gründende vor ihnen inspiriert und sind mit einem hilfreichen Netzwerk und durch zielstrebige Arbeit gewachsen. Und sie kommen zurück, um wiederum den “Neuen” Hilfe zu bieten.

Auf dem Weg zur Finanzierung, zur positiven Bewertung und zum Geschäftserfolg ist Erfahrung eins der wichtigsten Kapitale, das erfahrene in neue Gründende investieren.


Gründung – Impuls 1

Den unternehmerischen Spirit und die damit verbundene Experimentierfreude von Start-ups würde ich mir in Gesellschaft und Politik noch mehr wünschen, denn nur so bleiben wir auf Dauer wettbewerbsfähig. Das Leitprinzip 'Think big, start small, move fast' finde ich beim Austesten von neuen Ideen sehr wertvoll.

Veronika Schweighart, Mitgründerin und COO von Climedo

Veronika Schweighart © Climedo

Veronika Schweighart weiß, dass Start-ups von heute zum Mittelstand von morgen gehören und mit ihren Innovationen die Welt verändern. Darum unterstützt sie Gründungswillige nicht nur als Mentorin, sondern teilt auch bei Events ihre Erfahrungen beim Geschäftsaufbau.

Schon nach dem Studium startete Veronika ihr erstes Unternehmen – das Online-Kollaborationstool Nuclino. Nach zweieinhalb Jahren stieg sie als Geschäftsführerin aus, um mit ihren Kommilitonen Sascha Ritz und Dragan Mileski vom Center for Digital Technology and Management (CDTM) Climedo zu gründen, in dem sie heute den Verantwortungs-Bereich Sales, Marketing und Customer Success leitet. Das MedTech-Start-up bietet eine digitale Plattform für klinische Studien, um u.a. die Qualität der Erkenntnisse zu verbessern. Die Idee entstand aus negativen Erfahrungen mit dem medizinischen System im eigenen Umfeld – und daraus das Ziel, die Gesundheitsbranche grundlegend zu verbessern und Patient_innen in den Mittelpunkt zu rücken. Mit Climedo war sie bei unserem XPRENEURS Incubator dabei.

Am Anfang ihrer Gründungszeit nahm Veronika an einer Studie teil, die ihr Engagement nachhaltig beeinflusst hat: Deren Ergebnis: Der Kontakt mit weiblichen Unternehmerinnen fördert die Entwicklung der unternehmerischen Selbstwirksamkeit und der Einstellung zum Unternehmertum bei Studentinnen besonders.

Kurzum, 'nahbare' Vorbilder wirken sich signifikant auf die Motivation von Studentinnen aus, selbst zu gründen. Da es leider immer noch viel zu wenige weibliche Gründerinnen gibt, ist es meine persönliche Mission, Diversität in Gründungsteams zu fördern und damit erfolgreiche Neugründungen zu unterstützen, denn diverse Teams sind nachweislich erfolgreicher.

Veronika ist aktiv im Netzwerk der Technischen Universität München (TUM), der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und dem Center for Digital Technology and Management (CDTM), wo sie regelmäßig bei Veranstaltungen für Alumni und anstrebende Gründende dabei ist. Dadurch hat sie anderen Personen und Teams u.a. bei den Themen Projektmanagement und Zielentwicklung auf die Sprünge geholfen.

Der "Think big, start small, move fast"-Ansatz im Detail:

  1. “Think big”: Visionäres Denken ist gefragt, um die wirklich großen Herausforderungen im Leben anzugehen.
  2. “Start small”: Nicht alles auf einmal versuchen, sondern immer mit dem nötigen Fokus vorgehen und damit klein anfangen.
  3. “Move fast”: Mit kurzen Iterationen schnell loslegen, um nicht zu lange in die falsche Richtung zu gehen und um in kurzer Zeit viel zu lernen. Zeit ist die wichtigste Ressource bei der Umsetzung von Innovationen, nicht nur für Start-ups.


Gründung – Impuls 2

Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen in Deutschland. Dann sieht es mit der Zukunftsfähigkeit schon besser aus.


Maximilian Hasler, COO von KONUX

Max Hasler Portrait

Max führt weiter aus:

  • "Die Regierung muss mehr auf die Bedürfnisse von Start-ups eingehen, zum Beispiel um Mitarbeiterbeteiligungsprogramme attraktiver zu machen. Zum anderen muss sie schneller auf aktuelle Innovationen reagieren, das Thema KI wurde zu spät angegangen.”
  • Das Unternehmertum muss sich weiter in das deutsche Bewusstsein drängen und als Alternative zum Angestellten-Dasein etablieren. Das heißt nicht, dass wir alle davon träumen müssen ein Raumfahrt-Pionier wie Elon Musk oder Social Media-Mogul á la Mark Zuckerberg zu werden. Aber wer sich keine ambitionierten Ziele setzt, wird auch nicht auf magische Art und Weise das Siemens, BMW oder SAP des 21. Jahrhunderts aufbauen.
  • Schlussendlich müssen wir auch die Entstigmatisierung von gescheiterten Start-ups vorantreiben – getreu Michael Jordan‘s Erfahrung: ‘Ich bin wieder und wieder und wieder in meinem Leben gescheitert. Und das ist der Grund, warum ich Erfolg habe.’"

Im Studium an der TUM und am CDTM kam Max Hasler intensiv mit dem Thema Entrepreneurship in Berührung und nahm an einem unserer Programme mit der TUM teil. Mit Andreas Kunze, Vlad Lata und Dennis Humhal gründete er KONUX, das ein Infrastruktur-System für den Bahn- und Schienensektor anbietet, um die Verfügbarkeit, Lebensdauer und Instandhaltung zu verbessern. Das Ziel war, “das Beste aus dem Silicon Valley und deutscher Ingenieurskunst zu vereinen, um einen deutschen digitalen Champion zu bauen.” Die Unternehmung nahm u.a. bei TechFounders und durch eine Investition von UVC Partners Fahrt auf.

Ich glaube fest daran, dass wir in Deutschland eine stärkere Innovationskultur schaffen können, aber das wird nur passieren, wenn wir uns gegenseitig unterstützen. Die Web3 Branche hat das Akronym 'WAGMI' (We are all going to make it) geprägt. Genau an diese Mentalität glaube ich, Einigkeit macht stark.

Max unterstützt die nächste Generation in vielfältigen Bereichen: von Themen wie Finanzierung, Team-Aufbau und Wachstum zur „fachlichen“ Seite, am meisten in den Bereichen Finanzen, Personal, Rechtliches und Operations.


Gründung – Impuls 3

Ich bin überzeugt dass wir die Aufgabe haben, gründungswillige Menschen zu unterstützen, weil Unternehmertum einfach eine so unglaublich wichtige soziale Aufgabe ist. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass wir mit neuen Gründungen unsere Industrie nachhaltig und sozialkonform transformieren.

Bastian Burger – Interim Manager, Coach und Lektor

Bastian Burger Portrait

Bastian Burger sog beim Prototyping-Wettbewerb THINK.MAKE.START. und beim TechTalents-Programm mit der TUM eine Portion Unternehmertum ein. Danach gründete er mit Victoria Hauzeneder und Philip Eller 2016 das Start-up blik. Ihr System zum Tracking von Prozessen in der Intralogistik zog schnell große Kundschaft aus dem Automobil-Bereich und der Logistik, ein Seed-Investment und ein Team von Mitarbeitenden an. Auch beim TechFounders Accelerator waren sie dabei. 2019 haben sie sich entschieden, ihr Unternehmen aufzulösen – eine Finanzierung wäre zu dem Zeitpunkt nur schwer möglich gewesen.

Mit seiner Erfahrung unterstützt Bastian jetzt als Lektor in Vorlesungen des CDTM und der HHL Leipzig Graduate School of Management. Als Coach ist er beim XPRENEURS Incubator aktiv. Seine Expertise: B2B-Geschäftsmodelle, die generelle Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen und Wachstum in der frühen Phase.

Hier wächst Wissen weiter

Bei UnternehmerTUM gibt es viele Schauplätze, an denen sich erfahrene und neue Gründende austauschen, u.a. hier:

  • In der Academy for Innovators arbeiten erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer mit Teilnehmenden in vielfältigen Formaten sehr praxisbezogen zusammen, halten Keynotes und begleiten sie persönlich. Für Letztere bedeutet das: Entrepreneurship-Wissen an realen Problemen und Projekten ausprobieren und Theorie durch inspirierende Geschichten aus dem Wirtschaftleben anreichern können.
  • Im XPRENEURS Incubator und dem Accelerator TechFounders entwickeln sich junge Start-ups rasant weiter. Dabei unterstützt sie ein Team aus unternehmerischen Expertinnen und Experten – erweitert durch erfolgreiche Geschäftsleute und Start-ups, die ihre Erfahrungen in Workshops, Lernsessions und auf Veranstaltungen weitergeben.
  • Auf zahlreichen Events pro Jahr trifft sich die Gründungs- und Innovationsszene – von Pitch-Veranstaltungen und Demo Days bis zur Networking Session oder Hackathon. Wir freuen uns auch hier über viele UnternehmerTUM-Alumni und andere erfolgreiche Gründerinnen und Gründer, die in Keynotes und Gesprächen ihr Wissen weitergeben.

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