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Die Start-ups von heute setzen auf Nachhaltigkeit – Europaweite Onlinebefragung „Sustainability in Startups“

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Geschrieben
05 Mai 2020
Thema
Nachhaltigkeit
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Das Thema Klimaschutz trifft in der Gründerszene auf fruchtbaren Boden. Dies weckt Hoffnung auf einen echten gesellschaftlichen Umschwung, denn so werden Produkte und Dienstleistungen geboren, die den Umweltbelastungen entgegenwirken können. TechFounders, das Accelerator-Programm von UnternehmerTUM, und die Nachhaltigkeitsberatung akzente haben in der europaweiten Online-Befragung „Sustainability in Startups“ untersucht, wie wichtig Klimaziele auch für die Gründerszene sind. Demnach hat Nachhaltigkeit bei rund 90 Prozent der Start-ups Priorität.

Während das Thema Nachhaltigkeit in den letzten Jahrzehnten unterschiedlich stark von Gesellschaften und Politik priorisiert wurde, hat es 2019 mit Greta wieder eine ernste Debatte erfahren. Ihr verdanken wir es unter anderem, dass Unternehmen und Regierungen weltweit ihre Klimaziele neu definieren, wenn auch es noch ein weiter Weg ist. In Deutschland ruft die neue Initiative "Leaders for Climate Action" digitale Unternehmen dazu auf, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben und neue „grüne“ Technologien zu fördern.

Doch wie sehen Start-ups das Thema und welchen Einfluss hat es auf ihre Geschäftsausrichtung? Welche Vorteile haben junge Unternehmen von Nachhaltigkeitsmaßnahmen und welchen Hürden stehen sie gegenüber? Mit der europaweiten Onlinebefragung „Sustainability in Startups“ sind TechFounders und akzente diesen Fragen nachgegangen – mit beeindruckenden Ergebnissen.

Nachhaltigkeit ist endlich eine ernstzunehmende Geschäftschance für Unternehmen geworden

Thomas Melde, Managing Partner bei akzente

„Nachhaltigkeit ist endlich eine ernstzunehmende Geschäftschance für Unternehmen geworden – keine Neugründung, egal in welcher Branche, kann es sich heute leisten, die Frage nach der Zukunftsfähigkeit ihres Geschäftsmodells nicht auch vor dem Hintergrund globaler ökologischer und sozialer Herausforderungen zu betrachten“, erklärt Thomas Melde, Managing Partner bei akzente.

Insgesamt 282 europäische Start-ups aus unterschiedlichen Branchen nahmen im Zeitraum von Februar bis März 2020 an der Online-Befragung teil, 87 Prozent von ihnen wurden nach 2015 gegründet. Es zeigte sich, dass ganze 86 Prozent der europäischen Start-ups sich bereits bei der Entwicklung ihres Geschäftsmodells Gedanken über den Nutzen für Mensch und Umwelt machen – auch als Reaktion auf die Erwartungen innerhalb des Teams sowie der zukünftigen Kundschaft. Zwei Drittel der befragten Jungunternehmen arbeiten sogar bereits aktiv an Nachhaltigkeitsthemen. Dieser Trend bestätigt sich – wenn auch langsam – ebenfalls bei der Finanzierung: Wagniskapital fließt ebenfalls zunehmend in nachhaltige Innovationen, mit nur 26 Prozent aber wesentlich schleppender.


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Interessant ist, auf welche Weise Gründerinnen und Gründer nachhaltige Ziele umsetzen: die meisten beginnen mit dem Naheliegendsten, nämlich der Optimierung ihrer Betriebsabläufe (64 Prozent), wie z.B. dem Einkauf grüner Energie, der Optimierung der Logistik, der Reduzierung von Wasserverbrauch, des Abfall und Ressourcen allgemein. Hier treibt sind auch die Kosteneinsparungen starke Treiber.

Gleichwohl stehen die Start-ups mit ihrer Motivation vor einigen Herausforderungen: Um das Thema Nachhaltigkeit professionell ins Geschäftsmodell zu integrieren, fehlt es noch stark an Orientierungshilfen und erprobten Handlungsanweisungen.

Welche Gründe nennen Start-ups, die sich (noch) nicht mit eigenen Klimazielen beschäftigen? 33 Prozent sehen sich selbst als zu klein an, während 29 Prozent das Thema noch überhaupt nicht auf ihrer Geschäftsagenda hatten.

„Unsere Umfrage zeigt, dass sich ein Großteil der befragten Startups auf einem guten Weg befindet. Dabei wollen wir sie bestmöglich unterstützen. Zudem gilt es, dieses Bewusstsein auch bei Venture-Capital-Unternehmen zu schärfen. Wir hoffen mit diesen ersten Erkenntnissen Gründerinnen und Gründer sowie Venture Capitals gleichermaßen zu inspirieren, aktiv zu werden“, so Miki Yokoyama, COO bei TechFounders. „Durch die Corona-Krise stehen einige Start-ups momentan unter hohem Druck und vor neuen Herausforderungen, die bis in Existenzsicherungen reichen“, fügt Thomas Melde hinzu. „Der Wiederaufbau, die weitere Digitalisierung und die Transformation der Wirtschaft wird allerdings sehr viel mehr durch Nachhaltigkeit geprägt sein.“

Ihr wollt mehr dazu wissen? Das Whitepaper „Sustainability in Startups“ könnt ihr hier herunterladen.

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