
Am Samstagabend, den 5. September 2026, hat die Spectrum-Rakete von Isar Aerospace vom eigenen Startplatz im norwegischen Andøya aus die Erdumlaufbahn erreicht. Damit gelingt dem Münchner Team bereits bei seinem zweiten Flug, was zuvor noch keinem privaten europäischen Raumfahrtunternehmen geglückt ist: ein Start ins All und das erfolgreiche Aussetzen von Satelliten. Wir freuen uns mit Isar Aerospace über diesen Meilenstein – und blicken zurück auf eine Reise, die 2018 in München begann.
Der Start: "Onward and Upward"
Die Mission trug den Namen "Onward and Upward" und brachte fünf wissenschaftliche Satelliten sowie ein Experiment ins All. Ausgewählt wurden die Nutzlasten im Rahmen des Microlauncher-Wettbewerbs der Deutschen Raumfahrtagentur bei DLR, gefördert durch das Boost!-Programm der ESA. Spectrum durchlief dabei alle entscheidenden Flugphasen erfolgreich: den Punkt maximaler aerodynamischer Belastung (Max Q), die Stufentrennung, die Zündung der zweiten Stufe und schließlich das Überschreiten der Kármán-Linie in 100 Kilometern Höhe – der international anerkannten Grenze zum Weltraum.
Isar-Aerospace-CEO Daniel Metzler bezeichnet den Erfolg als entscheidenden Wendepunkt: Was europäische Raumfahrtprogramme bislang Jahrzehnte gekostet hat, hat das Team in wenigen Jahren erreicht – und verschafft Europa damit erstmals einen souveränen und flexiblen Zugang zum All.
Schon jetzt blickt das Team nach vorn: Die Spectrum-Raketen drei bis sieben befinden sich in Produktion, ein zweiter Startplatz entsteht im kanadischen Nova Scotia, und die neue, 40.000 Quadratmeter große Produktionsstätte bei München soll künftig bis zu 40 Raketen pro Jahr ermöglichen.
Die Reise von Isar Aerospace bei UnternehmerTUM
Sieben Jahre Vorbereitung stecken hinter diesem Moment. Isar Aerospace wurde 2018 als Spin-off der Technischen Universität München gegründet, und wir haben das Startup von Beginn an begleitet: Die ersten Motorenteile entstanden in unserem MakerSpace, und UVC Partners investierte früh in das junge Unternehmen.
Bereits beim ersten Testflug im März 2025 zeigte das Team, wozu es fähig ist, und legte damit die Grundlage für den jetzigen Erfolg. Daniel Metzler, Mitgründer und CEO von Isar Aerospace, brachte den Anspruch des Teams schon damals auf den Punkt: "Wir haben gezeigt, dass wir Raketen nicht nur entwickeln und bauen, sondern auch starten können." Mit dem Orbit-Flug am 5. September 2026 hat das Team diesen Anspruch nun vollständig eingelöst.
Als Launch Service Provider für kleine und mittelgroße Satelliten bietet Isar Aerospace heute die erste vollständig privat finanzierte europäische Lösung für die wachsende globale Nachfrage nach Startkapazitäten. Bislang hat das Startup dafür 400 Mio. EUR eingesammelt. Wir sind stolz, diesen Weg von Anfang an mitgestaltet zu haben, und freuen uns auf das, was als Nächstes kommt.